Wie so oft im Leben,
besonders in Uganda, kommt an diesem Tag (Mittwoch 22. Juli) alles
anders als „geplant“. Denn eigentlich wollte ich für Robert, den
Schulpaten der kleinen Anita, nur ein paar Bilder von ihrem Zuhause
machen, bevor ich mit den Kindern spiele gehe.
Bei ihr Zuhause
angekommen trafen Christine (eine Freundin) und ich auf Mama Anita
und die beiden jüngeren Geschwister Alex und Esther. Die Mama wohnt
dort alleine und scheint auch für die Versorgung der drei Kinder
keine Unterstützung zu bekommen. Vom Vater weiß ich leider nur,
dass er zwar auch im gleichen Dorf lebt, aber das Geld versäuft und
sich nicht um die Familie kümmert.
Im Gegensatz zu
ihren Geschwistern geht es Esther nicht sehr gut. Aufgrund der
ärmlichen Lage der Familie scheint die noch stillende Mutter nicht
genug zu Essen um sich und das Baby ausreichend zu versorgen. Mit
ihren 7 Monaten bringt die Kleine gerade mal 4.5 kg auf die Waage und
ist mit ihren 60.6 cm noch sehr klein. Bereits seit einer Woche hat
sie Durchfall und die Speiberei und ist entsprechend dehydriert.
Nachdem Sie seit gestern nun auch noch die Brust verweigert und um
die 38.5 Fieber hat, beschließe ich nach kurzer Rücksprache mit
Christine, Mutter und Kind umgehend ins Krankenhaus zu bringen.
Betty, eine
Krankenschwester des Dorfes begleitet uns ins Lubaga Hospital. Von
dort werden wir allerdings nach einem kurzen Gespräch mit dem Arzt
ins Mulago Hospital geschickt. Allerdings bitte ich den Arzt, der
kleinen Esther noch etwas zu geben bevor wir fahren, da sie bereits
seit einiger Zeit vor Hunger schreit und sich nicht mehr beruhigen
lässt. Nach 1h am Tropf hat sie aufgehört zu schreien und schläft
ein bisschen und wir können mit einem privat Taxi aufbrechen. Im
Mulago Hospital angekommen, wird sie direkt stationär aufgenommen.
Da es bereits in einer Stunde dunkel wird, laufe ich mit Betty noch
schnell zum nächsten Shop um die nötigsten Dinge, wie Windeln und
ein Bettlacken zu besorgen. Denn außer dem Bett bekommt man hier
nichts vom Krankenhaus gestellt. Selbst für warm Wasser müssen wir
zahlen.
So oft wie möglich,
besuche ich die Beiden im Krankenhaus und versorge sie mit den
nötigsten Dingen, wie z.B. Windeln, einer Waschschüssel, Kleidung, einer Strohmatte, damit die Mama Nachts
nicht länger auf dem kalten Fliesenboden unterm Kinderbett liegen
muss und einer Thermoskanne für das warme Wasser.
Und so Folgen zwei
Wochen im Hospital, in denen wir gemeinsam mehrere Höhen und Tiefen
erleben und sich die Sorgen und kleine Lichtblicke abwechseln.
Leider hat der kleine zierliche Körper dem Kampf gegen eine schwere Infektion nicht standhalten können und so ist sie im jungen Alter von 7 Monaten bereits wieder von uns gegangen.
Leider hat der kleine zierliche Körper dem Kampf gegen eine schwere Infektion nicht standhalten können und so ist sie im jungen Alter von 7 Monaten bereits wieder von uns gegangen.
Auch wenn unsere
gemeinsame Zeit viel zu kurz war hast du doch einen festen Platz in
meinem Herzen.
Ruhe in Frieden
meine kleine Esther.


