Eigentlich war ich ja fest entschlossen, an keiner "Township" Tour teilzunehmen. Doch als von unserem Schulleiter eine Geschichtstour angeboten wurde, war mir schnell bewusst, dass es ihm ein großes Anliegen war über die Geschichte seiner Heimatstadt und seinem eigenen Leben zu erzählen. Zu diesem Zeitpunkt war mir irgendwie noch gar nicht so bewusst, dass auch er im Township aufwucht. Und so war der Tagesauflug weniger eine touristisch geführte Tour durch ein Township, als vielmehr eine Zeitreise durch ein anderes Leben. Er erzählte uns viel von seinen eigenen
Erfahrungen. Auch er ist im Stadtteil "District Six" geboren und wurde
Aufgrund der damaligen Politik mit seinem Brunder und seinen Eltern von der Stadt in ein Township verfrachtet. Am Grundstück, an dem einst das Haus der Familie stand, errinnert nur noch eine kleine ca. 50 cm hohe Mauer mit zwei kleinen Eingängen an die Zeiten vor der Zerstörung aller Häuser im Destrict Six.
Als er uns mit Tränen in den Augen erzählte, dass es sich als Südafrikaner nach 18 Uhr nicht mehr ohne "speziellen Ausweis" in der Stadt aufhalten durfte, er sich auf die Straße stellen musste um den weißen Südafrikanern genügend Platz auf dem Gehweg zu schaffen und ihm der direkte Augenkontakt zu weißen Verboten war herrschte eine bedrückte Stimmung und ich war wohl nicht die einzige der die Gänsehaut aufgestellt hat. Die Erzählungen und die Emotionen während der gemeinsamen Zeit lassen sich nicht in Worte fassen...
Als er uns mit Tränen in den Augen erzählte, dass es sich als Südafrikaner nach 18 Uhr nicht mehr ohne "speziellen Ausweis" in der Stadt aufhalten durfte, er sich auf die Straße stellen musste um den weißen Südafrikanern genügend Platz auf dem Gehweg zu schaffen und ihm der direkte Augenkontakt zu weißen Verboten war herrschte eine bedrückte Stimmung und ich war wohl nicht die einzige der die Gänsehaut aufgestellt hat. Die Erzählungen und die Emotionen während der gemeinsamen Zeit lassen sich nicht in Worte fassen...
Die sehr junge Geschichte ist beinahe täglich Gesprächsstoff an unserer Schule, denn so gut wie alle unserer Lehrer wuchsen im Township außerhalb der Stadt auf. So drengt sich mir fast täglich die Frage auf, woher die Narben an ihren Körpern kommen? Nur ein harmloser Unfall oder eine schmerzhafte Errinnerung an die Zeit der "Rassentrennung" Südafrikas?
Der Ausflug beinhaltete auch eine kurzen Stop im Township Gugoletho - eins der wohl "bekanntesten" Townships rund um Kapstadt.
Das Township wurde in der Zeit der Apartheid ca. 15 außerhalb der Stadt errichtet. Darin untergebracht wurde die "schwarz" Befölkerung. Denn während der Apartheid war es nach dem Group Area Act von 1950 den schwarzen Südafrikanern nicht erlaubt in der Stadt zu leben.
Hier durfte ein Besuch bei Mzoli´s allerdings nicht fehlen. Und so haben wir uns das Fleisch mit Pap (Maisbrei) mit einem XXL Bier nicht engehen lassen.
Hier durfte ein Besuch bei Mzoli´s allerdings nicht fehlen. Und so haben wir uns das Fleisch mit Pap (Maisbrei) mit einem XXL Bier nicht engehen lassen.
Mzoli´s in Township Guguletho
Mein persönlicher Höhepunkt der Tour war das gemeinsame Netballspiel mit einiges Mädels in einem der Township rund um Kapstadt. Eigentlich waren wir schon auf dem Heimweg als unser Schulleiter einer Gruppe Mädels, die gerade am Netballspielen waren, nur schnell "Hallo" sagen wollte. Wir konnten gar nicht so schnell schauen, wie wir ins Spiel integriert waren :-)... Mit dem Geld, dass wir für diesen besonderen Tag zahlen durfen, wird die Manschaft unterstützt und geschaut, dass sie nicht nur auf der Straße rumhängen sondern eine sinnvolle Nachmittagsbeschäftigung haben - schön, wenn man ganz dirket mitbekomment für was das Geld verwendet wird :-) Da ist es sicher gut aufgehoben!

Netballspielen im Township
Im Nachhinein war es bis dato wohl der bewegenste Tag hier in Südafrika!
Viele Grüße
Meli

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